Neuzeit

Staadermühle Riegelhaus Anstelle der beiden Teilherrschaften trat als Rechtsnachfolgerin 1803 die (heutige politische) Gemeinde Eschenz. Von ihrem Gebiet her war sie zunächst umfangreicher als ihre vereinten Vorgängerinnen. 1851 schrumpfte sie erheblich durch die Abtrennung der jenseits des Seerückens gelegenen heutigen Gemeinde Hüttwilen. Bevölkerungsmässig bedeutete dies ein Verlust von 50 Prozent. Eschenz blieb zunächst ein reines Bauerndorf, in dessen Umgebung seit dem Mittelalter und bis zu den Reblaus- und Mehltauepidemien des ausgehenden 19. Jd. auch im grossen Stil Weinbau und nicht in geringen Mass Fischerei betrieben wurde. Im Dorf waren auch einige Handwerker anzutreffen. Die im 17. Jh. bereits auszumachenden Dorfkerne Unter- und Obereschenz waren indes noch lange nicht miteinander verschmolzen. Die politische Verschmelzung zur Einheitsgemeinde hingegen fand 1870 statt. Die Lage an der Seestrasse nach Konstanz verhalf ihr nicht zu einer nennenswerten Entwicklung, wenngleich ab 1846 die Postkutsche vor dem Raben haltmachte. Auch der direkte Strassenanschluss (1861) über den Seerücken zur Kantonshauptstadt und zum Thurtal sowie der Anschluss an das Eisenbahnnetz (Bahnhofbau 1875; Linien Winterthur-Etzwilen-Konstanz und ab 1895 Schaffhausen - Stein am Rhein) brachten wenig Veränderungen. Eine Ansiedlung von Industriebetrieben fand nicht statt. Anstelle des Weinbaus und der Fischerei traten um die Jahrhundertwende Ackerbau und Viehwirtschaft. Erst 1931 entstand die erste und einzige Fabrik, die Unipektin, ein Betrieb aus der Lebensmittelbranche, die heute 80 hochwertige Arbeitsplätze sichert. Ein nahtloser Übergang zwischen Unter- und Obereschenz kam erst nach 1960 mit dem Nationalstrassenbau zustande, als auch in Eschenz ein gewisser Bauboom einsetzte. Heute prägen Gewerbebetriebe und Wohnhäuser das Dorfbild, während Einzelhöfe, die Weiler Bornhausen, Staad, Eppenberg, Windhausen und ausgedehnte Waldgebiete die Landschaft charakterisieren.

Bauten
Schloss Freudenfels
Kapelle und Wohnhaus Werd
Katholische Kirche
Raben
Jugendstilhäuser
Gemeindehaus

23.06.1999, M. Guisolan